Bei der Abstimmung über die "Keine 10-Millionen-Schweiz!" gibt es kein richtig oder falsch. Es wäre aber schön, wenn sich beide Seiten der jeweiligen Konsequenzen bewusst wären. Bei einem JA müsste der demografische Wandel innert weniger Jahre in die entgegengesetzte Richtung gehen (höhere Geburtenraten). Bei einem NEIN müssten wir endlich aufhören, von Verdichtung zu sprechen, sondern tatsächlich auch dichter bauen. Beides ist in der Schweiz aktuell unrealistisch und genau das ist das Problem!
Wenn viele Menschen in einem Land leben und arbeiten wollen, ist das meist ein Hinweis darauf, dass dieses Land überdurchschnittlich gut funktioniert. Eine starke Wirtschaft, ein gutes Bildungssystem, politische Stabilität, hohe Lebensqualität und eine starke Währung tragen dazu bei, dass ein Land attraktiv wird – Faktoren, die gerade die Schweiz auszeichnen. Wachstum ist deshalb zunächst einmal ein Nebenprodukt von Erfolg. Genau diesen Erfolg greift die SVP mit ihrer Initiative an.
Die Schweiz ist ein starkes Land. Nicht weil wir perfekt sind. Nicht weil wir alles besser machen als andere. Sondern weil wir gelernt haben, Probleme pragmatisch zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam nach vorne zu gehen.
Genau deshalb macht mir die «Keine 10 Millionen Schweiz» Initiative Sorgen. Sie verkauft einfache Antworten auf komplexe Fragen. Sie spielt mit Ängsten und tut so, als könne man die Zukunft unseres Landes mit einer einzigen Zahl lösen.
Am 30. November 2025 stimmen die Schweizer Stimmberechtigten über die Volksinitiative «Für eine soziale Klimapolitik – steuerlich gerecht finanziert» ab. Was auf den ersten Blick wie ein engagierter Vorstoss für mehr Klimagerechtigkeit wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als ein gefährlicher Eingriff in die föderale Steuerhoheit und ein Risiko für die wirtschaftliche Stabilität der Schweiz. Mit Fortschritt oder Klimaschutz hat diese Initiative fast gar nichts zu tun.