Tabea Estermann, Kantonsrätin GLP Zug, Vorstand Zuger Wirtschaftskammer
Vor zwölf Jahren, als wir über die Masseneinwanderungsinitiative abstimmten, arbeitete ich – dank der Personenfreizügigkeit ganz unkompliziert – in Tschechien. Dort durfte ich eine prägende Zeit erleben: Ich lernte die herausfordernde tschechische Sprache, entdeckte mit Neugier die Stadt Brno und schloss Freundschaften mit Menschen aus unterschiedlichsten Ländern.
Am 14. Juni stimmen wir nun über eine sehr ähnliche Initiative der SVP ab. Aus gutem Grund sprechen Wirtschaftsverbände wie die Zuger Wirtschaftskammer von einer «Chaos-Initiative». Denn sie löst keine der echten Herausforderungen, sondern gefährdet die Personenfreizügigkeit und damit die Beziehung zu unseren europäischen Nachbarn.
In diesem Kontext hört man aktuell viele negative Stereotypen über Expats, wie ich damals selbst eine in Tschechien war. Doch Expats sind keine abgeschottete Gruppe abgehobener Reicher – viele integrieren sich hervorragend, engagieren sich im Triathlon- oder Schwimmclub, arbeiten in unseren Unternehmen oder bringen sich sogar politisch ein – etwa bei uns in der GLP. Und sie sind unsere Freunde.
Die Welt ist komplex. Darauf gibt es selten einfache Antworten. Umso wichtiger ist es, dass wir mit Zuversicht, Offenheit und Pragmatismus handeln, statt auf Abschottung und Angstpolitik zu setzen. Darum sage ich als Zugerin, Kantonsrätin und Vorstandsmitglied der Zuger Wirtschaftskammer am 14. Juni klar Nein zur Chaos-Initiative der SVP.

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