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Berufstätige Familien entlasten

Berufstätige Familien entlasten

Viele Familien merken heute konkret, dass unser Steuersystem eigentlich aus einer anderen Zeit stammt. Es begünstigt nach wie vor das klassische Modell, bei dem eine Person voll arbeitet und die andere gar nicht oder nur mit einem tiefen Arbeitspensum. Sobald ein Ehepaar gemeinsam veranlagt wird, werden die beiden Einkommen zusammengerechnet, und wegen der Progression zahlen sie am Ende oft deutlich mehr Steuern als vergleichbare unverheiratete Paare. Das ist weder liberal noch zeitgemäss.

 

Besonders spürbar ist das für Haushalte, in denen beide arbeiten. Das zweite Einkommen wird überdurchschnittlich belastet, und es fühlt sich schnell so an, als würde sich ein zusätzlicher Arbeitstag kaum lohnen. Kein Wunder also, dass viele gut ausgebildete Zweitverdienende, meistens sind es tatsächlich die Frauen, ihr Pensum reduzieren oder nach der Geburt eines Kindes später wieder einsteigen. Das ist für die einzelnen Familien mühsam und für die Gesamtwirtschaft unklug.

Eine durchdachte Lösung

Am 8. März 2026 stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über das Bundesgesetz zur Individualbesteuerung ab. Dieses Anliegen beschäftigt die FDP und uns Jungfreisinnige schon seit Jahren. Mit dieser Individualbesteuerung würden diese Schieflagen verschwinden. Jede Person wird separat besteuert, egal ob verheiratet oder nicht. Das ist fairer, motiviert eher dazu, das eigene Pensum wirklich so zu wählen, wie es sinnvoll und gewünscht ist, und passt deutlich besser zur heutigen Arbeitswelt. Vorwiegend deshalb empfehlen auch Bundesrat und Parlament die Vorlage zur Annahme.

Kurzfristig: Verkraftbare Mindereinnahmen. Langfristige: Üppige Mehreinnahmen

Die Einführung der Individualbesteuerung ist kein Schnellschuss: Eine Übergangsfrist von sechs Jahren gibt Kantonen und Verwaltung genügend Zeit, ihre Abläufe anzupassen (spätestens bis zum 1.1.2032). Langfristig wird einiges sogar einfacher – etwa bei Scheidungen oder Todesfällen, weil jede Person von Anfang an eine eigene Besteuerung hat und weniger umgestellt werden muss. Parallel schreitet die Automatisierung in den Steuerverwaltungen voran: Mehrere Kantone testen oder nutzen bereits KI-gestützte Verfahren, die einfache Fälle automatisiert veranlagen und Mitarbeitende gezielt auf Prüffälle ansetzen. Das senkt mittelfristig den administrativen Aufwand pro Dossier. Entscheidend ist aber sowieso, dass die Individualbesteuerung den Anreiz erhöht zu arbeiten. Das stärkt das Wirtschaftswachstum, was wiederum langfristig zu mehr Steuereinnahmen führt. 

Fazit

Die Individualbesteuerung ist ein pragmatischer Modernisierungsschritt: Sie beseitigt strukturelle Verzerrungen, stärkt den Anreiz zu arbeiten, behandelt alle Paare zivilstandsneutral und ist administrativ beherrschbar, insbesondere mit einer sechsjährigen Implementierungsphase und fortschreitender Digitalisierung der Steuerprozesse. Kurz gesagt: Arbeit soll sich lohnen, dafür stehe ich ein. Und wer am 8. März ein Ja einlegt, setzt ein Zeichen für Familien, für Fachkräfte und für ein Steuersystem, das mit der Lebensrealität Schritt hält.

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